In deutschen Wahlkämpfen wird viel versprochen.
Abschieben. Abreisen. Durchgreifen. Ordnung. Konsequenz.
Man kennt die Schlagworte inzwischen auswendig.


Und ebenso kennt man das Ergebnis:
Es passiert erstaunlich wenig.
Das ist kein exklusives Problem einer einzelnen Partei, sondern inzwischen ein systemisches Phänomen der deutschen Politik. Große Ankündigungen, kleine Resultate. Viel Moral, wenig Umsetzung.


Gleichzeitig erleben wir eine politische und mediale Debatte, die immer enger wird. Bestimmte Probleme werden endlos diskutiert, andere konsequent relativiert oder umgedeutet. Je nach politischer Brille.


Wenn es um Gewalt, Sabotage oder gefährliche Aktionen geht, scheint die Bewertung oft davon abzuhängen, aus welchem politischen Milieu sie stammen.
Das führt zu einem unguten Gefühl von Ungleichbehandlung – und dieses Gefühl ist brandgefährlich für eine Demokratie.
Es ist legitim, rechten Extremismus klar zu benennen und zu bekämpfen.


Es ist aber genauso legitim, linke Gewalt, radikale Aktionen und Gesetzesverstöße offen zu kritisieren, ohne sofort in eine politische Ecke gestellt zu werden.
Wer Bahnstrecken sabotiert, Infrastruktur angreift oder bewusst Risiken für Menschenleben in Kauf nimmt, begeht keine symbolische Aktion, sondern einen gravierenden Eingriff in die öffentliche Sicherheit.
Das darf nicht verharmlost werden – egal, mit welchem moralischen Etikett es versehen wird.
Was stattdessen oft passiert, ist Ablenkung.
Mal sind es äußere Mächte, mal diffuse Schuldzuweisungen, mal rhetorische Nebelkerzen.


Hauptsache, man muss sich nicht ehrlich mit den inneren Problemen auseinandersetzen.
Auch die Medien tragen ihren Teil dazu bei. Talkshows werden zu Beruhigungsprogrammen, politische Debatten zu vorhersehbaren Ritualen. Wer dabei nicht einschläft, braucht keinen Schlaftee mehr.


Und dann wird wieder von politischen Erdbeben gesprochen.
Seit Jahren.
Doch diesmal könnte es tatsächlich substanziell werden.
Die kommenden Wahlen werden zeigen, ob Protestparteien liefern können oder ob sie sich selbst entzaubern. Das ist Demokratie.
Nicht Angst davor, sondern Bewährungsproben.
Ob eine Partei am Ende gestaltet oder scheitert, entscheidet sich nicht in Talkshows, sondern in Verantwortung.


Ein notwendiger Klartext in eigener Sache
In diesem Sinne müssen wir uns leider endgültig von Tim trennen.
Nicht aus Trotz.
Nicht aus persönlicher Kränkung.
Sondern aus einem grundlegenden Unterschied im Verständnis dessen, was Team Kopfkrank ist.
Team Kopfkrank ist kein Spaßprojekt.
Wir sind kein Satireverein, der alle sechs Monate mal auftaucht, ein bisschen provoziert und dann wieder verschwindet.


Wir machen keine Satire nach Kalender und Programm.
Team Kopfkrank ist eine Organisation, die Menschen in Not hilft.
Kontinuierlich. Verlässlich. Auch dann, wenn es unbequem wird.
Nicht dann, wenn es gerade passt.
Wer Team Kopfkrank als gelegentliches Nebenprojekt versteht, passt nicht zu dem, wofür wir stehen.


Und das ist keine Bewertung der Person, sondern eine klare Grenze im Sinne der Sache.
Diese Entscheidung war notwendig, damit Team Kopfkrank handlungsfähig bleibt.
Team Kopfkrank steht nicht für einfache Antworten.
Aber wir stehen für offene Debatten, unbequeme Fragen und das Recht, Dinge auszusprechen, die nicht in jede Wohlfühlzone passen.


Wir lassen uns den Mund nicht verbieten.
Und wir verbieten auch niemandem seine Meinung.
Werdet Teil von uns.
Diskutiert mit uns.
Widersprecht uns gern.


Diese Positionen sind persönliche Meinungen und spiegeln nicht automatisch die Ansicht aller Mitglieder von Team Kopfkrank wider.
Genau das ist der Punkt:
Hier darf jede Stimme existieren.


In diesem Sinne
bis demnächst


Team Kopfkrank


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