Klinikum Braunschweig reagiert – nicht mit Entschuldigung, sondern mit Einschüchterung
Das Klinikum Braunschweig hat sich heute erstmals öffentlich zu den Vorwürfen von Homophobie im Krankenhaus an der Salzdahlumer Straße geäußert.
Wer auf eine Entschuldigung, eine Aufarbeitung oder wenigstens ein Zeichen von Selbstreflexion gehofft hat, wurde eines Besseren belehrt.
Stattdessen kam eine Aufforderung zur Unterlassung.
Keine Entschuldigung.
Kein Bedauern.
Keine Einladung zum Gespräch.
Sondern der Versuch, Kritik zum Schweigen zu bringen – inklusive der Forderung, persönliche Lebensgeschichte, Coming-out und eigene Erfahrungen nicht mehr öffentlich zu benennen.
Das ist bemerkenswert. Und bezeichnend.
Denn es geht hier nicht um einen Einzelfall.
Es geht um zwei unterschiedliche Betroffene aus unserem Umfeld, um zwei unterschiedliche Situationen, um zwei unterschiedliche handelnde Personen – also um mehrere, voneinander unabhängige Erfahrungen. Erfahrungen, die für die Betroffenen real waren. Belastend. Und dokumentiert.
Dass eine Klinik auf solche Vorwürfe nicht mit Empathie reagiert, sondern mit juristischen Drohgebärden, sagt mehr über den Umgang mit Kritik aus als jede Hochglanzbroschüre zum Thema Vielfalt.
Wir stellen klar:
Niemand hat behauptet, dass „das ganze Klinikum“ homophob sei.
Niemand hat einzelne Mitarbeitende namentlich diffamiert.
Aber wir haben Erfahrungen geschildert. Eigene. Persönliche.
Und das ist kein Verbrechen.
Wer meint, man könne Menschen verbieten, über ihr eigenes Leben, ihr Coming-out oder ihre Diskriminierungserfahrungen zu sprechen, hat ein grundlegendes Problem mit Meinungsfreiheit – und mit der Realität.
Dass es im Klinikum Braunschweig in der Vergangenheit bereits schwere Vorwürfe, Kritik und ungeklärte Fragen gegeben hat, ist öffentlich bekannt. Für uns fügt sich die aktuelle Reaktion nahtlos in ein Muster ein, das wir als problematisch empfinden:
Nicht zuhören.
Nicht aufarbeiten.
Abwehren.
Relativieren.
Abmahnen.
Wir sagen ganz klar:
Wir lassen uns den Mund nicht verbieten.
Eine Abmahnung ändert nichts an Erlebnissen.
Sie löscht keine Erfahrungen.
Sie heilt keine Verletzungen.
Im Gegenteil:
Der Versuch, Kritik zu unterdrücken, macht das Thema erst recht sichtbar.
Team Kopfkrank wird weiter darüber sprechen.
Öffentlich. Deutlich. Und jetzt erst recht.
Denn wer glaubt, Einschüchterung sei eine Strategie, hat nicht verstanden, mit wem er es zu tun hat.
Das hier ist keine Kampagne.
Das ist kein PR-Gag.
Das sind Menschen, die sagen: So nicht.
Und wir bleiben dabei.
Team Kopfkrank
Wir schweigen nicht.
Viele Grüße
Till & Olli

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