Was für eine Woche.
Eigentlich könnte man meinen, die deutsche und internationale Politik würde irgendwann einmal einen Gang zurückschalten. Einfach fünf Minuten Ruhe. Vielleicht sogar etwas Vernünftiges tun.
Aber nein.
Also machen wir das, was wir inzwischen ziemlich gut können: hinschauen, den Finger in die Wunde legen und gelegentlich herzhaft darüber lachen, weil einem bei manchen Dingen ansonsten nur noch das Weinen bliebe.
Diesmal wird es allerdings nicht nur lustig, ironisch und bissig.
Dieser Wochenrückblick wird an einigen Stellen sehr persönlich. Vielleicht persönlicher, als ihr es von mir gewohnt seid.
Es geht um Merz und Spahn. Um Trump und seine Zölle. Um Klopp und die wundersame Wiederauferstehung vom angeblichen Fußballverräter zum Messias. Um die AfD, Migration und unser Gesundheitswesen.
Aber auch um Einsamkeit, Mobbing, Gewalt, sexuellen Missbrauch und darum, warum ich bei manchen Themen nicht einfach die Klappe halten kann.
Eine wichtige Änderung vorweg
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Warum erwähnen wir das so deutlich?
Weil unsere Arbeit Geld kostet.Und nein, davon soll sich niemand bei uns den nächsten Dienstwagen, Champagner oder eine goldene Kaffeemaschine fürs Revolutionshauptquartier kaufen.
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Das alles kostet reales Geld.
Beim Supermarkt funktioniert die Bezahlung mit guten Absichten erstaunlicherweise immer noch nicht.
Merz, Spahn und die wundersame Kunst der politischen Konkurrenzbeseitigung
Tja, Herr Merz.
Da wäre also ein Konkurrent weniger.
Meine persönliche Betrachtung der vergangenen Wochen ist ziemlich eindeutig: Jens Spahn war nicht einfach irgendein Politiker innerhalb der Union. Er war für Friedrich Merz auch ein möglicher Konkurrent um zukünftige Macht.
Und jetzt ist Spahn erst einmal Geschichte ( eine Rückkehr in der Revolutions Allianz Deutschland steht ihm offen 😉
Vorwürfe, gegenseitige Schuldzuweisungen und politische Verantwortung werden munter miteinander vermischt. Praktisch, wenn am Ende einer die politische Rechnung bekommt und andere plötzlich aussehen, als hätten sie mit dem ganzen Laden nie etwas zu tun gehabt.
Nun wird über mögliche Umbildungen diskutiert.
Dabei gäbe es aus meiner Sicht eine Umbildung, die wirklich interessant wäre:
Friedrich Merz geht.
Normalerweise würde ich an dieser Stelle schreiben:Gehen Sie mit Anstand und Würde.
Nur fürchte ich, für diesen Satz sind inzwischen ein paar politische Gelegenheiten verstrichen.
Vielleicht wäre ein Rücktritt wenigstens noch eine Gelegenheit, etwas politische Würde und Vertrauen für die Bürger zurückzugewinnen.
Aber Macht freiwillig abgebe ?
In Berlin?
Entschuldigt. Jetzt bin ich selbst kurz in die Satire abgerutscht.
Donald Trump und das Zoll-Murmeltier
Und wenn wir schon über Männer sprechen, bei denen Selbstbewusstsein jedenfalls nicht als knappes Gut bezeichnet werden kann:
Donald Trump.
Neue Zölle. Neue Drohungen. Neue große Pläne.
Trump erinnert mich inzwischen immer stärker an Hannibal Smith aus dem A-Team:
„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“
Der kleine Unterschied:
Das A-Team war eine Fernsehserie.
Wenn Hannibals Plan schiefging, kam anschließend Werbung.
Wenn ein amerikanischer Präsident einen wirtschaftspolitischen Plan ausprobiert, können anschließend Unternehmen, Verbraucher und ganze Volkswirtschaften die Rechnung bekommen.
Selbst Eishockey-Pucks schaffen es plötzlich in politische Diskussionen.
Kanada! Eishockey! Pucks!
Passt hervorragend.
Nur sind internationale Produktions- und Lieferketten leider etwas komplizierter als eine Wahlkampfrede.
Aber keine Sorge.
Wenn der nächste Kurswechsel kommt, wird selbstverständlich erklärt werden, dass auch dieser von Anfang an Bestandteil des genialen Plans gewesen sei.
Und täglich grüßt das Zoll-Murmeltier
Klopp – vom Verräter zum Messias in Rekordzeit
Kommen wir zum Fußball.
Julian Nagelsmann ist Geschichte.
Sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung aller Zeiten.
Und plötzlich erscheint wieder Jürgen Klopp auf der großen Bühne.
Moment.
War da nicht etwas?
Klopp war doch früher euer Held.
Dortmund. Liverpool. Emotionen. Leidenschaft. Jubel.
Jürgen!
Dann beging er für Teile der deutschen Fußballromantik offenbar das Unverzeihliche:
Red Bull.
Plötzlich hatte Klopp angeblich seine Seele verkauft.
Verrat am Fußball!
Kommerz!
Untergang der Fußballkultur!
Ich selbst bin fanatischer Fußballfan und hatte dieses fundamentale Problem mit RB Leipzig übrigens nie.
Aber gut.
Und jetzt?
Jetzt erleben wir die wundersame Wiederauferstehung des heiligen Jürgen
Super-Klopp!
Der Retter.
Der Messias.
Der Mann, der Deutschland wieder zur Europameisterschaft, Weltmeisterschaft und vermutlich anschließend direkt zur Weltherrschaft führen wird.
Na gut.
Letzteres wäre vielleicht ein kleines bisschen übertrieben.
Bleiben wir bei der Weltmeisterschaft.
Wo Klopp die dafür notwendigen Spieler hernehmen soll, wäre zwar noch eine interessante Detailfrage.
Aber wer braucht Spieler, wenn man einen Messias hat?
Und wenn dann noch sinngemäß erklärt wird, man würde selbstverständlich ohne großes Theater oder finanzielle Forderungen gehen, sobald man nicht mehr gebraucht werde, frage ich mich:
Sind Weihnachtsmann und Osterhase inzwischen eigentlich eine Bürogemeinschaft eingegangen?
Vielleicht glaube nur ich zu wenig.Deshalb nun mal ehrlich
Glaubt ihr es? Schreibt es in die Kommentare.
Kurze Werbeunterbrechung durch unseren penetranten Finanzminister namens Realität
Ja.
Schon wieder Patreon.
Ihr dürft mit den Augen rollen.
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Streetworker.
Direkte Unterstützung.
Organisation.
Darum geht es.
Und damit zurück ins Programm.
Streetworker – unabhängig und vor Ort
Jetzt zu einem Projekt, das uns besonders wichtig ist.
Wir bauen ein Netzwerk freier und unabhängiger Streetworker auf.
Braunschweig, Wolfsburg und Hannover gehören zu den Regionen, in denen wir diese Arbeit auf- beziehungsweise ausbauen wollen.
Weitere Regionen sollen folgen.
Unser Schwerpunkt liegt insbesondere auf Menschen, die von Mobbing, Hass und Gewalt betroffen sind.
Wenn ihr gemobbt werdet:
Meldet euch.
Wenn ihr bedroht oder ausgegrenzt werdet:
Meldet euch.
Wenn ihr nicht mehr wisst, an wen ihr euch wenden könnt:
Meldet euch.
Wir können nicht versprechen, jedes Problem dieser Welt zu lösen.Das wäre unseriös.
Aber wir können zuhören.Wir können versuchen, Konflikte zunächst auf andere, friedliche Weise zu lösen.Wir können Kontakte herstellen, begleiten und gemeinsam überlegen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.Wenn rechtliche Schritte erforderlich werden, können Justiz, anwaltliche Unterstützung, Beratungsstellen und andere geeignete Fachstellen hinzukommen.
Unsere Streetworker arbeiten unabhängig.
Das bedeutet auch: Unsere Arbeit soll nicht davon abhängen, ob eine Behörde unsere Meinung gerade besonders sympathisch findet.
Wir wollen eine friedliche und gewaltfreie Revolution.
Wir werden aber nicht freiwillig schweigen, nur weil Kritik unbequem wird.Meinungsfreiheit ist kein Schönwetterrecht für Aussagen, denen ohnehin jeder zustimmt.
Und wir werden die Rechte, die uns zustehen, nutzen.
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„Offenes Ohr“ statt Bürgersprechstunde
Ab dem kommenden Monat wollen wir außerdem ein weiteres Angebot starten.
„Bürgersprechstunde“ könnten wir es nennen.
Aber mal ehrlich:
Schon beim Wort Bürgersprechstunde rieche ich gedanklich Linoleumboden, Filterkaffee und einen Aktenordner mit der Aufschrift „Anliegen – Sonstige“.
Deshalb nennen wir es:
OFFENES OHR
Ihr habt ein Problem?
Ihr braucht Orientierung?
Ihr habt Schwierigkeiten mit einer Behörde?
Ihr erlebt Mobbing, Hass oder Ausgrenzung?
Oder ihr wollt uns einfach einmal persönlich erzählen, was in eurem Umfeld schiefläuft?
Dann wollen wir zuhören.
Nicht als allwissende Ersatzbehörde.
Sondern als Menschen.
Zuhören. Hinschauen. Möglichkeiten suchen. Handeln.
Warum mir Mobbing, Gewalt und Missbrauch so verdammt wichtig sind
Jetzt wird dieser Wochenrückblick persönlich
.Sehr persönlich.
Und mir fällt dieser Abschnitt nicht leicht.Ich wurde nach meiner eigenen Erinnerung und Schilderung als Kind über mehr als ein Jahrzehnt schwer missbraucht.
Von meinem eigenen Erzeuger.Und „Erzeuger“ ist bereits eine ausgesprochen höfliche Bezeichnung für das, was ich dabei empfinde.
Ich komme aus einem sogenannten sehr wohlhabenden Haus.
Mein Erzeuger ist ein sehr bekannter Physiker und Mathematiker.
Ich schreibe das bewusst so deutlich.
Denn Geld schützt Kinder nicht vor Missbrauch.
Status schützt Kinder nicht.
Bildung schützt Kinder nicht.
Und gesellschaftliches Ansehen sagt überhaupt nichts darüber aus, was hinter einer Haustür geschieht.
Nicht ich habe etwas falsch gemacht
Dieser Satz ist mir wichtig:
Nicht ich habe etwas falsch gemacht.
Die Menschen, die einem Kind so etwas antun, haben etwas falsch gemacht.
Wir sprechen ständig von „Opfern“.
Ich persönlich möchte mich durch dieses Wort nicht definieren lassen.
Ich war ein Kind.
Das ist etwas vollkommen anderes.
Und wenn euch Missbrauch, Mobbing oder Gewalt widerfahren ist:
Die Verantwortung dafür liegt nicht bei euch.
So etwas kann einen ein Leben lang begleiten.In Gedanken.
In Erinnerungen.
In Albträumen.Vergangenheit besitzt leider keinen Löschen-Knopf
Warum meine Hochzeit auch ein Abschied war
Im vergangenen Jahr habe ich geheiratet.
Einen Mann.
Ja, ich bin homosexuell.
Herr Spahn und ich haben also zumindest diese Eigenschaft gemeinsam.
Ich hoffe, Herr Merz fühlt sich jetzt in seinen christlichen Werten verletzt.
Ich habe einen Menschen geheiratet, den ich über alles liebe.
Und diese Hochzeit hatte für mich noch eine zweite, sehr persönliche Bedeutung:
Ich konnte endlich meinen Nachnamen loswerden.
Die Frage nach Doppelname oder altem Familiennamen stellte sich für mich überhaupt nicht. Ich wollte diesen Namen nicht mehr.
Für mich war die Hochzeit deshalb nicht nur der Beginn eines gemeinsamen Lebens.
Sie war auch der Versuch, ein anderes Kapitel endgültig zu schließen.
Vollständig funktioniert das nicht.
Einen Namen kann man ablegen.
Erinnerungen leider nicht.
Aber es war mein Schritt.
Schweigen macht nichts besser
Ich habe für mich etwas gelernt:Je transparenter ich mit meiner Vergangenheit umgehe, je mehr ich darüber spreche und je weniger Macht ich dem Schweigen gebe, desto besser kann ich persönlich damit umgehen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jeder Betroffene seine Geschichte öffentlich erzählen muss.Jeder Mensch entscheidet selbst, wann, wem und ob überhaupt er etwas erzählt.Aber bitte glaubt nicht, ihr müsstet alles allein tragen.
Und wenn sexueller Missbrauch schon viele Jahre zurückliegt, bedeutet das nicht automatisch, dass rechtlich nichts mehr möglich wäre. Die Verjährungsregeln hängen vom konkreten Sachverhalt und Tatbestand ab.Lasst euren eigenen Fall fachkundig prüfen.Ich selbst bin bestimmte rechtliche Schritte damals nicht gegangen.
Das bereue ich bis heute bitterlich.
Eine Geschichte, die einem Beteiligten weniger gefallen dürfte
Es gab in meiner Vergangenheit außerdem einen Studenten meines Erzeugers, mit dem ich als Minderjähriger Kontakt hatte.
Jahre später erfuhr ich, dass dieser Mann inzwischen verheiratet ist und sechs Kinder hat.
Ich nahm Kontakt zu seiner Frau auf und erzählte ihr, was ich aus meiner damaligen Zeit mit ihrem heutigen Mann zu berichten hatte.
Sie wollte anschließend freiwillig weiter mit mir sprechen.
Er war – sagen wir – weniger begeistert.
Es stand sogar das Thema Unterlassung im Raum.
Nun ja.
Wenn zwei erwachsene Menschen freiwillig miteinander sprechen möchten, wird es mit dem Verbot einer Unterhaltung irgendwann etwas kompliziert.
Mehr werde ich zu diesem konkreten Fall an dieser Stelle nicht öffentlich schreiben.
Deshalb kämpfen wir gegen Mobbing
Unser Einsatz gegen Mobbing, Hass und Gewalt ist für mich deshalb kein Werbeslogan.
Ich weiß, was Hilflosigkeit bedeutet.
Und deshalb kann ich euch zumindest eines versprechen:
Ich höre euch zu.
Unser Team hört euch zu.
Vielleicht können wir nicht jedes Problem selbst lösen.
Vielleicht braucht es Justiz, Anwälte, Beratungsstellen, Ärzte oder andere Fachleute.
Dann versuchen wir, die richtigen Menschen zusammenzubringen.
Wir verfügen inzwischen über ein wachsendes Netzwerk und erreichen mit unserer Arbeit Tausende Menschen.
Diese Reichweite wollen wir einsetzen.
Denn Schweigen verändert verdammt wenig.
Altruismus – dieses merkwürdige alte Wort
Bei uns findet ihr ein offenes Ohr.
Bei mir und bei unserem Team.
Altruismus scheint in unserer Gesellschaft für manche inzwischen ein Fremdwort zu sein.
Für uns ist er einer unserer wichtigsten Grundsätze.
Wer ausschließlich fragt: „Was springt für mich dabei heraus?“, wird sich bei uns vermutlich nicht besonders wohlfühlen.
Wobei – vielleicht sucht ein überzeugter Egoist ohnehin keine Freunde.
Bei uns zählt etwas anderes:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Artikel 1 des Grundgesetzes.
Das ist für uns keine hübsche Überschrift für eine Sonntagsrede.
Wir wollen danach handeln.
Zurück zur AfD – bevor hier noch jemand sentimental wird
So.
Das war schwere Kost.
Zurück zur Politik.
Da erledigt sich die Satire schließlich häufig von selbst.
Gerade beim Thema Migration und Medizin zeigt sich nämlich ein Widerspruch, den man kaum schöner erfinden könnte.
Man kann über den hohen Anteil ausländischer Ärzte im deutschen Gesundheitswesen diskutieren.
Das tue sogar ich.
Denn selbstverständlich darf man fragen, warum ein wohlhabendes Land wie Deutschland seinen eigenen medizinischen Nachwuchs nicht ausreichend ausbildet, hält und vernünftig einsetzt.
Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Wenn mein Mann, den ich über alles liebe, eines Tages mit einem lebensbedrohlichen medizinischen Problem vor einem Arzt liegt, ist mir dessen Pass vollkommen scheißegal.
Syrer?
Finne?
Deutscher?
Inder(
Was interessiert mich das in diesem Augenblick?
Rette den Menschen, den ich liebe.
Diese Woche sah ich ein Interview mit einem ausländischen Neurochirurgen, der erklärte, dass eine Tätigkeit in bestimmten Regionen Ostdeutschlands für ihn nicht infrage komme, wenn er dort sich oder seine Familie aufgrund ihrer Herkunft gefährdet sehe.
Und plötzlich bekommt politische Stimmungsmache ganz praktische Konsequenzen.
Ein hochqualifizierter Neurochirurg kann sich aussuchen, wo er arbeitet.
Wenn solche Menschen bestimmte Regionen meiden, verlieren nicht „die Ausländer“.
Dann verlieren die Patienten.
Und dann können wir uns irgendwann gegenseitig erklären, dass der Facharzt leider nicht da ist – aber wenigstens war die politische Parole schön deutsch.
Großartig.
„Ich küsse deine Augen“
Vor einiger Zeit habe ich einem arabischen Menschen in einer extremen Notlage geholfen.
Er sagte anschließend etwas zu mir, das ich nie vergessen habe:
„Ich küsse deine Augen.“
Für mich war das eines der schönsten Dankesworte, die mir je jemand gesagt hat.
Und wenn eines Tages ein Arzt meinem Mann das Leben rettet, könnte es mir vollkommen egal sein, wo dieser Mensch geboren wurde.
Dann würde ich vielleicht genau dasselbe sagen:
Ich küsse deine Augen.
DanVielleicht sollten wir Menschen wieder häufiger danach beurteilen, was sie tun, und weniger danach, wo sie geboren wurden.ke.
Herr Höcke und das kleine Personalproblem
Und damit wären wir bei der AfD.
Gerade in Regionen, in denen diese Partei außerordentlich stark ist, ist das Gesundheitswesen gleichzeitig auf Menschen mit ausländischen Wurzeln angewiesen.
Das besitzt schon eine gewisse unfreiwillige Komik.
Herr Höcke, stellen Sie sich das vor:
Ausländische Ärzte!
Und die behandeln auch noch Deutsche!
Was sind denn das für Zustände?
Am Ende stellt jemand noch fest, dass ein Mensch mit Migrationsgeschichte einen Blinddarm genauso hervorragend entfernen kann wie jemand, dessen Urgroßvater bereits einen Gartenzwerg in Thüringen besessen hat
Katastrophe.
Gleichzeitig gibt es innerhalb der AfD unterschiedliche Strömungen und Auseinandersetzungen über ihren Kurs.
Da bleibt für besonders radikale politische Vorstellungen von mir nur ein knappes:
Wegtreten.
Friedlich selbstverständlich.
Wir sind schließlich nicht beim Kasernenhof
Nicht links. Nicht rechts. Mensch.
Vielleicht solltet ihr außerdem etwas Grundsätzliches über die Revolutions Alianz Deutschland wissen:
Wir lassen uns nicht einfach in „links“ und „rechts“ einsortieren.
Wir verstehen uns als wahre Liberale.
Nicht als Etikett.
Sondern im ursprünglichen Sinn von Freiheit.
Bei uns zählt der Mensch.
Schwul?
Lesbisch?
Heterosexuell?
Deutsch?
Ausländisch?
Für die Frage, ob ihr anständig mit anderen Menschen umgeht, ist das vollkommen uninteressant.
Ich persönlich gendere beispielsweise nicht.
Das ist meine Entscheidung.
Jemand anderes möchte gendern?
Bitte.
Dessen Entscheidung.
Und jetzt kommt der revolutionäre Gedanke des Tages:
Man kann unterschiedliche Entscheidungen treffen und sich trotzdem gegenseitig respektieren.
Verrückt, oder?
48 – und trotzdem manchmal verdammt einsam
Diese Woche bin ich 48 Jahre alt geworden.
Und dabei habe ich wieder etwas gemerkt, über das erstaunlich wenige Menschen offen sprechen:
Ich bin manchmal verdammt einsam.
Man kann verheiratet sein.
Man kann politisch aktiv sein.
Man kann täglich Nachrichten bekommen.
Man kann Tausende Menschen erreichen.
Und trotzdem einsam sein.
Auch deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich.
Weil ich weiß, wie beschissen Einsamkeit sein kann.
Vielleicht klingt dieser Satz zunächst vollkommen bekloppt:
Gemeinsam einsam ist leichter als allein einsam.
Aber vielleicht versteht ihr, was ich damit meine.
Wir können nicht jedem Menschen sämtliche Probleme abnehmen.
Aber wir können dafür sorgen, dass Menschen ihre
Probleme nicht vollkommen allein tragen müssen.
Demokratie gilt auch dann, wenn einem das Ergebnis nicht gefällt
Und damit sind wir wieder bei der AfD.
In Teilen Ostdeutschlands erreicht sie in Umfragen inzwischen Werte von über 40 Prozent.
Das muss mir nicht gefallen.
Aber ich kann nicht gleichzeitig Demokrat sein und Demokratie nur dann großartig finden, wenn Menschen genauso abstimmen, wie ich es gerne hätte.
Ich persönlich fordere deshalb kein AfD-Verbot.
Andere Menschen bei uns sehen das anders.
Das dürfen sie.
Nennt sich Meinungsfreiheit.
Millionen Menschen wählen diese Partei.
Diese Menschen verschwinden nicht, wenn wir die Augen schließen.
Demokratie bedeutet für mich nicht:
„Das Volk darf entscheiden – vorausgesetzt, es t richtig.“
Ob wir deshalb irgendwann mit Teilen der AfD reden würden?Darauf kann ich heute keine pauschale Antwort geben.
Bei radikalen Strömungen sehe ich dafür kaum eine Grundlage.Bei anderen müsste man sehen, worum es konkret geht.Eines steht allerdings fest
Unsere Grundwerte sind nicht verhandelbar
Menschenwürde.
Gewaltfreiheit.
Freiheit.
Demokratie.
Und ja – schon wieder Patreon oder PayPal
Wer bis hierhin gelesen hat, weiß inzwischen auch, warum.
Wir wollen nicht nur politische Texte schreiben und anschließend zufrieden feststellen, dass wir wieder einmal recht hatten.
Wir wollen handeln.
Lebensmittelgutscheine.
Unterstützung in akuten Notlagen.
Bei entsprechendem Bedarf technische Hilfe.
Streetworker.
Unser „Offenes Ohr“.
Organisation und laufende Arbeit.
Das kostet Geld.
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Alternativ:
PayPal: notfallgroschen@proton.me
Kleine Beiträge vieler Menschen können für einen einzelnen Menschen plötzlich einen gefüllten Kühlschrank oder etwas dringend Benötigtes bedeuten.
Unser Bundesparteitag in Hannover
Im kommenden Monat steht unser Bundesparteitag in Hannover an.Nach unserem Gründungsparteitag wird es der zweite Parteitag seit unserer Organisation als Partei sein. Zuvor gab es unsere Treffen noch als Initiative.
Derzeit überlegen wir, ob wir neben Mitgliedern auch interessierte Zuhörer zulassen
Außerdem haben wir zunächst 15 Presseplätze vorgesehen.Medienvertreter, die Interesse an einem Presseplatz haben, bitten wir, sich frühzeitig per E-Mail bei uns zu melden:info@teamkopfkrank.deSollte die Nachfrage größer ausfallen, müssen wir möglicherweise noch einmal über die Größe beziehungsweise den Veranstaltungsort nachdenken.Was zugegebenermaßen eines dieser Probleme wäre, über das man sich durchaus freuen darf.
Zum Schluss
Ich glaube, damit habe ich für diese Woche alles gesagt, was mir auf der Seele brennt.
Und diesmal war es einiges.
Politik.
Fußball.
Trump.
Merz.
AfD.
Medizin.
Einsamkeit.
Missbrauch.
Und vor allem die Frage:
Was können wir eigentlich füreinander tun?
Wir brauchen euch. Und wenn ihr uns braucht, sind wir da.
Für Menschen in Not.
Für unsere unabhängigen Streetworker.
Gegen Mobbing, Hass und Gewalt.
Für Freiheit und Menschenwürde.
Für politische Veränderung – friedlich und gewaltfrei.
Bleibt laut.
Bleibt menschlich.
Bleibt unbequem.
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